"Die Realschule Plus in Prüm konnte für ein zweitägiges Training in der letzten Schulwoche vor den Ferien die Trainerinnen für Gewaltprävention, Selbstbehauptung und Zivilcourage Dr. Sibylle Rahner und Ulla Addy gewinnen.„Gemeinsam stark? Starke Gemeinschaft? KLASSE!" ...... unter diesem Motto erlebten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6 c ein Training der besonderen Art.Kinder und Jugendliche werden in vielen Bereichen ihres Lebens mit Gewalt konfrontiert. Auch vor der Schule machen solche Erfahrungen nicht Halt: auf dem Schulweg, dem Schulhof oder auch in der eigenen Klasse kann ihnen Aggression, Ausgrenzung oder Mobbing begegnen. Wie können sich Kinder hier behaupten? Im Rahmen des zweitägigen Trainings haben sich die Jungen und Mädchen gemeinsam mit ihrem Lehrer und den beiden Trainerinnen, Dr. Sibylle Rahner und Ulla Addy, intensiv mit dieser Frage beschäftigt.Was ist eigentlich Gewalt? Wie sind die eigenen Einstellungen zu Gewalt, wie die eigenen Erfahrungen? Welche Möglichkeiten hat jede und jeder einzelne, Gewalt zu vermeiden?Kenne ich meine Mitschülerinnen und Mitschüler? Können wir uns aufeinander verlassen? Welche Rolle spiele ich bei Gewaltsituationen - Täter, Opfer, oder „nur“ Zuschauer/in? Wie kann ich mich vor Gewalt schützen, wie anderen helfen ohne mich selbst zu gefährden?Mit diesen und ähnlichen Fragen und Überlegungen setzten sich die Kinder in ihrer Klassengemeinschaft auseinander. Dabei blieb es aber nicht beim Denken und Reden, es wurde geübt, gespielt, getobt, gekämpft...Und genau darum ging es den beiden Trainerinnen: den Mädchen und Jungen die Möglichkeit zu bieten, ihre Wahrnehmung für Gewalt zu schärfen und angemessene Handlungsmöglichkeiten nicht nur zu erlernen, sondern vor allem auch erproben zu können, zu erleben, dass man selbst etwas bewirken kann.

So tauschten sich Kinder und Erwachsene zum Beispiel anhand eines ‚Gewaltbarometers’ über Gewalt-Situationen aus: empfinden wir alle das Gleiche als Gewalt? Ist nur das schlimm, was körperliche Wunden hinterlässt? Und wer entscheidet überhaupt, was Gewalt ist? Lärm und Sprache - auch das kann als schmerzlich als Gewalt empfunden werden. Bei dem Spiel ‚Störsender’ merkten das alle ganz schnell am eigenen Leib. Überhaupt: Kommunikation - ein ganz wichtiges Thema. Nicht nur was man sagt, sondern auch wie man es sagt, macht den Unterschied zwischen guten und schlechten Gefühlen. Bei dem Spiel ‚Mein Pulli ist blau’ erfuhren die 6Klässer sehr eindringlich, was Sprache und Stimme, Blick und Körperhaltung mit Selbstbehauptung zu tun haben und dass ein selbstbewusstes Auftreten oft wie ein Schutzschild wirken kann.

Wie wichtig es ist, die eigenen Grenzen zu erkennen und auch unmissverständlich zu benennen, auch darum ging es im Training. So konnten die Kinder beispielsweise ausloten, wo jedes einzelne von ihnen seine persönliche Wohlfühl-Grenze hat und was es für ein Gefühl ist, wenn jemand diese überschreitet. Und dann, was tun? „Stopp“ und „Nein sagen“, laut und unmissverständlich, das klingt ganz einfach und ist doch so schwer. Ganz besonders schwer vor allem dann, wenn man gegenüber dem Freund oder der Freundin ‚Nein’ sagen möchte.

Diese und viele andere Übungen, Spiele und Herausforderungen waren eingebun-den in das Ziel, das Selbstvertrauen eines jeden einzelnen Kindes zu stärken, das Verständnis der Kinder füreinander und ihren wertschätzenden Umgang miteinander zu fördern. Ein guter Zusammenhalt in der Klasse und ein ausgepräg-ter ‚Teamgeist’ sind der beste Schutz gegen jede Form von Gewalt, gegen Ausgrenzung und Mobbing. Sie sind auch das Fundament eines angenehmen Lernklimas, denn nur in einer starken Klassengemeinschaft lässt sich gut lernen, lehren und leben!“Die Klasse 6 der Realschule Plus in Prüm hat daran gearbeitet, gemeinsam stark zu sein. Eine starke Gemeinschaft, diese Klasse. Klasse!