Unterrichtskonzept der Orientierungsstufe der Realschule plus Prüm
Gemeinsame Orientierungsstufe der Realschule plus Prüm und des Regino-Gymnasiums Prüm = GOS

Schule hat sich dem aktuellen Wandel in Familie und Gesellschaft (berufstätige Eltern, zunehmend Alleinerziehende, Reizüberflutung in Konsum- und Mediengesellschaft...) anzupassen. Daher ist es wichtig, den Schülerinnen und Schülern neben Fachwissen Sozial-, Kommunikations- und Methodenkompetenzen zu vermitteln, mit denen sie zu eigenverantwortlichem Lernen befähigt und zu selbstständigen Persönlichkeiten und Teamplayern erzogen werden. Die Grundlagen für diese Kompetenzen werden bereits in der Orientierungsstufe (GOS) gelegt. Im Folgenden werden die Eckpfeiler des Konzeptes der Orientierungsstufe vorgestellt. in der nach der gleichen Stundentafel wie im Gymnasium integrativ unterrichtet wird von Lehrpersonen der Realschule plus und des Regino-Gymnasiums. Es handelt sich dabei um ein (für alle verbindliches) Grundgerüst, bei dessen Ausgestaltung alle Lehrpersonen beteiligt wurden und werden.

mindmap

Harmonischer Übergang zur Realschule plus

Um den Kindern einen harmonischen Übergang zwischen der Grundschule und der GOS der Realschule plus Prüm zu ermöglichen, besucht die pädagogische Koordinatorin die meisten Grundschulen, um sich ein Bild von den Schüler/innen zu machen und sich Informationen von den Klassenleitungen bezüglich Lernstand, Methodenkompetenz, Verhaltensauffälligkeiten etc, einzuholen. Diese werden sinnvoll bei der Klasseneinteilung genutzt. z.B. um auffällige Kinder nach bestimmten Kriterien der einen oder anderen Klassenleitung zuzuteilen. Gemäß dem Konzept der Realschule plus wird jedoch keine äußere Differenzierung nach Leistung vorgenommen.

Bereits vor den Sommerferien werden die neuen Fünftklässler/innen am Begegnungsnachmittag
mit einem feierlichen Programm an der Kaiser-Lothar-Realschule plus Prüm willkommen geheißen.
So lernen die Neulinge frühzeitig ihre neuen Klassenleitungen und Mitschüler/-innen sowie das
Gebäude kennen, was Sicherheit geben und Ängste minimieren soll.

Lebensraum Schule

Für ein positives Schulklima soll in der Orientierungsstufe gesorgt werden durch respektvollen und toleranten Umgang mit Kindern und Lehrpersonen. Das Schulgebäude soll ansprechend und sauber gestaltet sein und für das soziale Miteinander sollten Fahrten und Ausflüge angeboten werden. Gemeinsames Feiern bestimmter Anlässe wie Einschulung. Weihnachten etc. stärkt das soziale Gefüge und gibt Kindern die Möglichkeit, sich besonders zu engagieren und zu beweisen bei Projekten, Aufführungen oder Ausstellungen, die auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das stärkt das Selbstbewusstsein der Kinder und ermöglicht der Schule eine positive Außendarstellung. Dabei wird darauf geachtet, dass die Planung und Gestaltung von Feiern, Basaren, Gottesdiensten etc. auf verschiedene Schultern verteilt wird, damit nicht stets die gleichen Lehrpersonen zusätzlich belastet werden und damit über kurz oder lang ihre Motivation verlieren.

Für das soziale Miteinander sorgen u.a.

  • drei Einführungstage zum Schulbeginn (in Klassenstufe 5)
  • der „Wir-sind-klasse“-Aktions- und Kennenlerntag in den ersten Schulwochen (in
    Klassenstufe 5)
  • zusätzliche Fahrten, Ausflüge und Unterrichtsgänge z.B. in Buchhandlungen/Büchereien/
    Theateraufführungen
  • der Klassenrat und/oder die Kartenfeedbackmethode
  • die Klassenleiterstunden, die zusätzliche Elemente zum Thema Sozialen Lernen enthalten
  • gemeinsame Feiern zu bestimmter Anlässen wie Einschulung, Weihnachten etc.

Das stärkt das soziale Gefüge und gibt Kindern die Möglichkeit, sich besonders bei Projekten,
Aufführungen oder Ausstellungen zu engagieren und zu beweisen, die auch der
Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das stärkt das Selbstbewusstsein der Kinder.

Feste Regeln und Rituale

Regeln und Rituale sind eine notwendige Voraussetzung für ein erfolgreiches Zusammenleben und -arbeiten in der Schule. Kinder sind zu ihrer Orientierung auf Regeln angewiesen, sie geben ihnen Halt und fördern die Selbstständigkeit. Sie ordnen und gestalten den Unterricht und bieten somit den Schüler/innen und den Lehrpersonen ein hohes Maß an Verlässlichkeit. Für jede einzelne Orientierungsstufenklasse werden Regeln und Rituale festgelegt, die von jeder Lehrperson konsequent eingefordert werden müssen, damit sie ihren Sinn erfüllen können. Einer Klasse wird zudem klar verdeutlicht, dass die Lehrpersonen an einem Strang ziehen und nicht leicht gegeneinander auszuspielen sind nach dem Motto: "Bei dem dürfen wir das aber ... "

Binnendifferenzierung

Individuelle Förderung ist im Schulgesetz verankert. Jedes Kind ist entsprechend der individuellen Lernvoraussetzungen und Entwicklungsmöglichkeiten durch geeignete Lern- und Arbeitsformen zu fördern. Schüler/innen müssen möglichst differenziert angesprochen werden durch differenzierte Aufgabenstellungen, unterschiedliches Lernniveau, Zusatzmaterialien, einer Auswahl an Lernprodukten etc.

(Individuelle) Förderung

Für die Schwerpunktschülerlinnen und Kinder mit Teilleistungsschwächenwerden Förderpläne erstellt. Zudem werden in den ersten Wochen besonders förderbedürftige Kinder ermittelt, die ebenfalls mittels eines Förderplans gezielt individuell in ihren Lernprozessen unterstützt werden sollen. Diese werden z. T. von Integrationshelferinnen im Unterricht unterstützt, sie werden aber auch regelmäßig von den Förderlehrerinnen entweder im Klassenunterricht oder Kleingruppenunterricht gezielt gefördert.
Besonders begabte Kinder können ebenfalls mithilfe eines Förderplans maximal gefordert und optimal gefördert werden. Durch Binnendifferenzierung in den Hauptfächern sorgen ebenfalls die Fachlehrer/innen für individuelle Förderung. GTS-Schülerlinnen können am Nachmittag ebenfalls Förderkurse in den Hauptfächern Deutsch, Mathe und Englisch besuchen.

Kooperatives Lernen

Die Schüler/innen sollen lernen, sinnvoll zusammenzuarbeiten und sich wechselseitig zu kontrollieren, zu helfen, anzuregen und zu motivieren. Neben dem klassischen Dreischritt des kooperativen Lernens (Think-Pair-Share) gibt es zahlreiche offene Unterrichts- und Sozialformen, die dies ermöglichen wie z.B. Gruppenarbeiten, feste heterogene Tischgruppen, Tagespläne, Wochenpläne. Projekte, Stationenlernen, Kugellager, Fishbowl, Gruppenpuzzle...
Hier lernen die Kinder vorwiegend eigenverantwortlich und die Lehrperson fungiert als Lernberater/in, was Freiräume schafft zur gezielten Unterstützung schwacher Schüler/innen. Schülerkooperation ist kein Selbstläufer, sondern bedarf gezielter Einübung und Reflexion. Grundlegende Methoden und Gesprächsregeln müssen mit den Lerner(inne)n geübt werden (siehe Lern- und Arbeitsmethoden).

Lern- und Arbeitsmethoden

In unserem Methodencurriculum werden den Kindern in der Orientierungsstufe konsequent einige Lern- und Arbeitstechniken vermittelt. Dazu ist eine Übersichtsliste, die im Klassenbuch jeder Klasse eingeklebt ist, auszufüllen. Die meisten Bausteine werden von den Klassenleitungen eingeführt. in einzelnen ausgewiesenen Fächern sind diese Methoden dann innerhalb eines angegebenen Zeitraums anzuwenden, was im Klassenbuch in der Liste dokumentiert werden muss. In der Klassenstufe 5 werden folgende Lern- und Arbeitsmethoden eingeführt: Hausaufgabenheft führen, Heftführung, Arbeitsplatz gestalten. Hausaufgaben sinnvoll planen, Klassenarbeiten vorbereiten, Lesestrategien, Mind-map, Gruppenarbeit und Lernplakat gestalten. In der Klassenstufe 6 werden folgende Lern- und Arbeitsmethoden eingeführt: nachschlagen lernen. Internetrecherche. Lesestrategien. zunehmend eigenständiges Arbeiten in verschiedenen Sozialformen, Spickzettelmethode. Zu den einzelnen Methodenbausteinen gibt es Materialmappen. die den Lehrpersonen zur Verfügung gestellt werden.

Paralleles Arbeiten

Paralleles Arbeiten wird in den Hauptfächern praktiziert. Unterrichtsreihen, Projekte und Klassenarbeiten werden in gemeinsamer Absprache der Fachlehrerlinnen terminlich festgelegt und konzipiert. So werden gleiche Ansprüche an die Lerner/innen in den verschiedenen Klassen gestellt. In den Klassenarbeiten werden Differenzierungsmöglichkeiten (Aufgaben in unterschiedlichen Niveaustufen oder in unterschiedlichem Umfang) eingebaut.

Differenzierte Formen der Leistungsmessung und -beurteilung

Fairness. Vergleichbarkeit und Transparenz müssen bei jeder Notengebung und auf dem Zeugnis gewährleistet sein. Leistungen auf unterschiedlichen Niveaustufen müssen differenziert beurteilt werden. So können nur Lerner/innen, die statt eines Grundtextes den Langtext bearbeiten oder statt der Grundaufgaben die Profiaufgaben  die Note "sehr gut" erreichen. Schwächere Schüler/innen, die an einer für sie schwierigen Einheitsversion einer Klassenarbeit scheitern würden, können auf einer einfacheren Niveaustufe für sie erfolgreiche Leistungen erzielen, die z.B. mit "befriedigend" beurteilt werden könnten. Auf dem Zeugnis wird ein Zusatz der individuell geförderten Kinder u/o der Kinder mit Teilleistungsschwächen formuliert, der erkennbar macht, dass eine Note auf einem niedrigeren Anspruchsniveau erzielt wurde oder durch besondere Unterstützungsmaßnahmen.

Teamarbeit

Alle Lehrpersonen machen sich ihre unterschiedlichen Erfahrungen zunutze und unterstützen sich gegenseitig. Mehrarbeit z.B. durch zusätzliches Differenzierungsmaterial lässt sich minimieren. wenn konsequent auf Arbeitsteilung, Hilfe und Unterstützung gesetzt wird. Im Klassenteam sollten klassenspezifische Probleme besprochen werden, im Fachteam werden die Unterrichtsreihen und Klassenarbeiten bzw. Tests festgelegt und gemeinsam (arbeitsteilig!) ausgestaltet und in den Stufensitzungen werden allgemeinpädagogische Schwerpunkte besprochen und es wird inhaltlich am Konzept der Orientierungsstufe der Realschule plus gearbeitet.

Elternarbeit

Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus ist zur optimalen Förderung jedes Kindes notwendig. Eltern sollten die Schule frühzeitig über bereits aus der Grundschule bekannte Probleme und Teilleistungsschwächen (Dyskalkulie, Legasthenie) oder AD(H)S etc. unterrichten, damit die Lehrpersonen dies bei der Unterrichtsgestaltung berücksichtigen können. Zu Hause sollten die in der GOS vermittelten Sozial-, Kommunikations- und Methodenkompetenzen ebenfalls eingefordert, kontrolliert und damit unterstützt werden, sodass die Kinder diese schneller verinnerlichen können. Hausaufgaben sind als sinnvolle Fortführung und Wiederholung des Unterrichts zu begleiten oder zumindest zu kontrollieren (auf zunehmende Eigenverantwortung achten"). In der "Zeit der Orientierung" beobachten alle Lehrpersonen die Kinder sehr genau und bieten den Eltern bei Bedarf individuelle Beratungsgespräche an, sodass am Ende des 6. Schuljahres eine sinnvolle Entscheidung für die weitere Schullaufbahn jedes Kindes getroffen werden kann.

Sportklassen in der GOS

Ca. 75% aller Kinder in der GOS besuchen eine Sportklasse (siehe Link Sportklasse).

orientierungsstufe 2Organisation der integrativen Orientierungsstufe

  • keine äußere Differenzierung
  • Fachlehrerprinzip
  • Klassen- und Fachlehrer unterrichten für die Dauer von zwei Jahren
  • ab Klassenstufe 6 orientierendes Wahlpflichtfach
  • vierteljährliche Orientierungsstufenkonferenzen
  • am Ende der GOS fundierte Schullaufbahnberatung mit Empfehlung